Donnerstag, 13. Oktober 2016

Plotten im Namen der Inklusion

Heute erzähle ich euch mal unsere Geschichte, aber vorab ein paar Worte, wie es überhaupt zu diesem Beitrag gekommen ist. Eva von Kleine göhr.e Design hat ein neues Set veröffentlicht. Thema Inklusion und dieses Set ist so riesengroß..es beinhaltet wahnsinnig viele Dateien. Allein für die Auswahl des Motivs habe ich eine Woche gebraucht :-D 
 Diesen Spruch hier allerdings, habe ich gelesen und er hat mich sofort berührt. Er passt so gut zu uns <3 Mein Sohn ist 4 Jahre alt und kann nicht sprechen... Oft wird an dieser Stelle gern nochmal nachgehakt: "wie? gar nicht? auch nicht Mama oder Papa?" Nein, gar nicht ;-)
Irgendwann, als er noch kleiner war, kamen immer häufiger Nachfragen, ob er denn nun schon mal was gesagt hätte. Tja..nö, aber wir blieben echt entspannt. Mein Mann hat auch erst mit 2 gesprochen, ebenso meine Schwester...scheint also in der Familie zu liegen. Irgendwann war er dann 2..noch ein Monat verging..und noch ein Monat und so langsam machten wir uns doch Gedanken. Fortschritte blieben aus und wichen sogar Rückschritten. Was macht man da als besorgte Mutter...genau: Google fragen. Auf der Suche nach ähnlichen "Symptomen" landeten wir immer wieder bei frühkindlichem Autismus (Kanner-Syndrom). Was man dazu jedoch findet, konnte ich einfach nicht für uns akzeptieren. Ein kleiner Auszug: "Viele Kanner-autistische Menschen sind auf intensive und lebenslange Betreuung angewiesen." Nein...das konnte einfach nicht sein..UNS passiert doch so was nicht. 



Irgendwann kam der Tag, an dem die Heilpädagogin die unseren Krümel im Zuge der Frühförderung betreute, uns den Rat gab, den kleinen in einem pädiatrischen Zentrum vorzustellen. Nicht mit einem Wort hat sie eine Verdachtsdiagnose geäußert, aber das war der Moment, in dem ich wußte, dass mein kleiner Schatz nicht einfach nur entwicklungsverzögert ist. Ich wußte was er ist..Autist. An dem Tag habe ich viel geweint. Ich war so verzweifelt und war so froh, dass eine ganz liebe Freundin sofort zur Stelle war und sich das Shirt hat nass heulen lassen. Ich weinte und weinte und zeitgleich hatte ich ein so schlechtes Gewissen, weil ich weinte. Schließlich war mein Sohn nicht krank, "nur anders". Es gibt Eltern, die müssen um das Leben ihres Kindes bangen und ich stell mich so an. Ich war so unendlich traurig.. Da sagte meine Freundin etwas zu mir, was mir wirklich geholfen hat und dafür bin ich dir immer noch dankbar liebe Bianca <3 




Sie sagte, dass es völlig ok ist, traurig zu sein und nur normal. Ich musste mich verabschieden, von einem Leben was ich geplant hatte..all meine Vorstellungen, wie es sein wird, musste ich los lassen. Diese Worte halfen mir so sehr dabei die neue Situation und auch meine Traurigkeit zu akzeptieren.
Nun ist mein Sohn schon 4 und lebt tatsächlich mit der Diagnose "Autismus". Und soll ich euch was sagen...ich kann mir kein besseres Leben, keinen besseren Sohn vorstellen. Bei uns darf er sein, wie er ist..er muss sich nicht anpassen, nur um in die Gesellschaft zu passen. Und ich glaube, der Kleine ist sehr glücklich bei uns und DAS macht mich zu einer sehr zufriedenen Mama <3


 

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